Parietale Osteopathische Faszientechniken


Parietal scheint ein Fremdwort für viele Physiotherapeuten in Deutschland zu sein, dass exotischer ist als Craniosakral oder Viszeral. Dies verwundert, weil Parietal ursprünglich der zentrale Zweig der Osteopathie war. Die Behandlung der Faszien des Bewegungsapparats betrifft den gesamten passiven Bereich des bindegewebigen Bewegungsapparats. Es ist sozusagen die Funktionelle Manuelle Medizin und somit unter Anderem auch eine ideale Fortbildung für ausgebildete Manualtherapeuten. Motto: Nach der Pflicht die Kür... Viele andere Kursreihen zitieren modischerweise mittlerweile die Faszien und die Behandlung ihrer Dysfunktionen. Früher waren die Faszien eher uninteressant - eine Art „Biomüll“. Bis heute schenkt man ihnen noch viel zu wenig Beachtung und Umfang in den Anatomie-Atlanten. Aber mittlerweile ist ihre zentrale Bedeutung in der Spannungverwaltung mit ihren möglichen pathogenetischen Konsequenzen jedem Praktiker und Therapeuten „irgendwie“ bekannt. Dieses „irgendwie“ durch eine anschauliche Funktionelle Anatomie, fasziale Physiologie, das Kennenlernen der dysfunktionellen Spannungszusammenhänge sowie die Unterrichtung in den elegantesten klassischen und modernen Faszientechniken zu ersetzen, ist bei cura der seit über zehn Jahren erprobte Fokus unserer Lehrtätigkeit.

 

Im ununterbrochenen Verbund und überall im Körper gestalten Faszien die flexible Struktur der Haltung und

der Bewegungsabläufe. Dieser mobile und anpassungsfähige Rahmen ermöglicht optimale und geschmeidige

Kraftumsetzung, sinnvolle Bewegungseinschränkung und wohlproportionierte Arbeitsteilung.

Fasziale Läsionen durch unausgewogene Dauerbelastungen oder nachhaltige Traumata wirken wie Verklebungen, Verknotungen und Verzerrungen auf das ursprünglich fein strukturierte, filigran verwobene Bindegewebe. Doch anders als die vielzitierte Metapher von der »Laufmasche« haben die Faszien die Fähigkeit zur Restrukturierung. PhysiotherapeutInnen können mit Parietalen Faszientechniken die geeigneten Impulse zur Wiedereingliederung der belasteten Fasziensegmente in das Haltungs- und Bewegungssystem ihrer Patienten bewirken. Einschränkungen lösen sich – innere und äußere Räume tun sich auf – Trennungen werden aufgehoben – der freie Fluss der Bewegung kann wieder in Gang kommen. Wo sich im eingeschränkten Zustand – nach dem Naturgesetz: Form folgt der Funktion – schmerzhafte Verspannung oder Arthrose entwickelt, kann durch die parietalen osteopathischen Faszientechniken das heilsame Gegenteil wirken: gesunde Funktion folgt der Wiederherstellung einer anpassungsfähigen und belastbaren Form – Bewegungsabläufe werden wieder geschmeidig und flüssig, Kapseln und Ligamente wieder frei.

 

Über geeignete Écoute-Techniken, also durch das Einspüren in die Spannungsvektoren der verschiedenen faszialen Gurtungsbahnen wird die systemische Vernetzung dieser Belastungssituation als Ganzes angegangen - und das so sanft und effizient wie möglich. Solche Vorgehensweise kann über eine andere Metapher verstanden werden: der osteopathische Umgang mit faszialer Dysfunktion ist dem Lösen eines in sich verwickelten Fischernetzes vergleichbar, was eine „therapeutische“ Einflussnahme an einzelnen Elementen (Fäden, Knoten) wie auch an der Gesamtstruktur (Netz als Ganzes) erfordert:

- Gezielter Spannungsausgleich der vernetzten einzelnen Faszienbahnen                                                 (PFN)

- Auflösen der in sich verwrungenen ligamentären und kapsulären „Gelenk-Verknotungen“                         (PFG)

- Neutralisierung des Fasziennetzes durch geeignete Positionierung und ein Entwirren des Bindegewebes            (PFU)

Funktionelle Osteopathie findet über das Erforschen der Ursache des Problems gleichzeitig den Pfad zur Quelle der Lösung.

 

Aufgabe dieser Kursreihe ist, Ihnen die klinisch wirksamsten und nachhaltigsten osteopathischen Techniken für das Bindegewebe des Bewegungsapparats zu vermitteln.

Inhalte aller drei Kurse:

• Fasziale Anatomie und Physiologie, Differentialdiagnose der faszialen und artikulären Dysfunktionen

• Auswahlkriterien geeigneter Behandlungstechniken für verschiedene Gewebe

• Parietale Faszientechniken für das Gesamtspektrum orthopädischer Indikationen

• Écoute-Techniken in Diagnose und Behandlung, Positional Release/Myofascial Release

• Anschauliche Funktionelle Anatomie des Bewegungsapparats

 

Inhaltliche Schwerpunkte der einzelnen Kurse:

PFN – Parietale Faszientechniken: Netzstruktur und Gurtungsbahnen

• Aufbau des Fasziennetzes, strukturell bedingte Vektoren, Tensegrität als Bauprinzip

• Gelenke und Fasziale Gurte: Kompressions-Elemente und ihre Spannungsbahnen

• Sehnenentzündungen, Verletzungen, Bursitiden und Myofaszien

• Spannungszüge durch den Körper verfolgen: sinnvolle Behandlungskombinationen erstellen

• Strukturelle Fasziengurtungen und propriozeptive Spannungssteuerung

• Muscle Energy Techniken in der Funktionellen Arbeit

 

PFG – Parietale Fasziale Gelenktechniken

• Ligamentär-kapsulärerer Halt, Fasziale Gelenkschnürung

• Osteopathische ligamentär-artikuläre Techniken für alle grossen Gelenke (Sprunggelenk, Knie, Hüfte, ISG, Schulter)

• Distorsionen: Strukturelle Behandlung von Insertionen und Faszialen Knotenpunkten

• Deep-Tissue-Techniken, Sutherland-Techniken, Indirekt Aktive Still-Techniken (Sacro-Iliacale-Dysfunktion)

• Funktionelle Behandlung der intervertebralen Gelenke (Zervikal- und Lumbalsyndrom, Spondylolisthesis)

• Fasziale Behandlungsansätze für akute und chronische Gelenkleiden (Fasciopathie, Arthritis, Arthrose)

 

PFU – Positionierung und Fasziales Unwinding

• Haltung und Verhalten: Umgang mit dynamischen Vektoren und Faszialen Ebenen

• Still-Techniken (Indirekt-Aktive Techniken) für Hals- und Brustwirbelsäule

• Funktionelle Techniken für tiefe Spannungssyndrome: Diaphragma und Thorakolumbalfaszie (Skoliose),

• Balancierte Ligamentäre Spannung des Beckens: Tensegrity-Techniken für Psoas, Beckenboden, Adduktoren

• Kernstabilisatoren: Fasziales Unwinding und Hoover-Techniken

• Kombination von Faszientechniken mit Strain-Counterstrain-Techniken

 

 


Die Absolvierung der kompletten Fortbildungsserie in Viszeraler Osteopathie wird den Teilnehmern abschließend als Fortbildung in VISZERALER OSTEOPATHIE bescheinigt.

Der Zugang zur Ausbildung und der Besuch der einzelnen Kurse steht allen Interessenten der Zielgruppe in beliebiger Reihenfolge frei. Teilnehmern gänzlich ohne osteopathische Vorerfahrungen wird die Teilnahme am Einführungskurs CCC aus der Craniosakralen Körperarbeit empfohlen, der sich als methodischer und inhaltlicher Zugang auch für Viszerale Osteopathie eignet. Die Teilnahme ist jedoch freiwillig. (Diesbezügliche Anfragen bei Bedarf per email: info@c-u-r-a.com oder per Telefon cura-büro: Tel. 030-41714579)

Zielgruppe: Physiotherapeuten, Heilpraktiker, Ärzte , Ergotherapeuten, Masseure